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Cuisine + Speisen
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Forschungsdokument für ezdixan.de, Modul: Kulturkunde / Ezdiki-Lernen Erstellt: 2026-05-22 | Status: Recherche-Synthese Quellen: Açıkyıldız 2010, Allison 2001, Spät 2018, Kreyenbroek 1995/2009, ezipedia.de, Bahzani.net, AMAR Foundation, Volkskundliche Sammlungen Aparan/Tbilisi, Yezidi Cultural Heritage Project (KRG)
Hinweis zur Schreibweise: Hawar-Alphabet (Latein, kurmancî-basiert) als Primärform. Regional-Varianten in Klammern. Arabisch-/Sorani-Versionen wo relevant.
INHALT
- Sakrale & Symbolische Speisetabus (Grundlage)
- Festtagsküche, Êzîdîsche Hochfeste
- Lalîş-Pilgerspeisen
- Übergangsriten, Hochzeit, Geburt, Trauer
- Alltagsküche
- Brot-Kultur (Nan, heilig)
- Milchprodukte & Käsesorten
- Süßspeisen & Konfekt
- Getränke
- Gewürze & Aromatika
- Regionale Varianten
- Etikette & Gastfreundschaft
- Gesamt-Index 80+ Gerichte
1. SAKRALE & SYMBOLISCHE SPEISETABUS (GRUNDLAGE)
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Heiliges Olivenöl in Lalîş, Şêxan, Irak. Das Olivenöl aus dem Hain von Lalîş wird für die rituellen Lampen verwendet, eines der zentralen sakralen “Speisemedien”. Speisetabus (z.B. Salat, Bohnen, Fisch in bestimmten Kontexten) sind grundlegend für êzîdîsche Kochkultur. · Foto: Levi Clancy · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Quelle: Wikimedia Commons
Die êzîdîsche Küche (der Êzîden, auch Yeziden oder Jesiden) ist nicht trennbar von ihrer religiösen Schicht. Vier Säulen prägen jede Mahlzeit:
| Hawar | DE | Bedeutung |
|---|---|---|
| Nan | Brot | Heilig, niemals auf den Boden, niemals umgedreht, Krümel müssen aufgehoben/verbrannt werden |
| Av | Wasser | Heilig (Element Khidir), niemals ins Feuer schütten, niemals nachts auf Wasser blasen |
| Xwê | Salz | Bindung, “Nan û xwê” (Brot & Salz) = unverbrüchliche Gastfreundschaft (vgl. Allison 2001:71) |
| Agir | Feuer | Heilig (Sonne/Şêx Şems), Feuer nie mit Wasser oder Spucke löschen, nie Müll hineinwerfen |
Strikte Tabus (alle Regionen)
| Tabu | Hawar | Begründung |
|---|---|---|
| Kopfsalat | Marûl / Xes | Mehrere Überlieferungen: (a) Sheikh Adi-Verfolger versteckten sich in Salatfeld; (b) phonetische Nähe zu “Melek Tawus” tabuisiert das Wort; © Açıkyıldız 2010:101, Form der Salat-Blätter erinnert an Schlangenkapelle, daher Schutz vor Entweihung. Komplettes Tabu, gilt auch für Diaspora |
| Schwein | Beraz | Wie auch im Islam, unrein |
| Fisch (regional) | Masî | In Sheikhan/Lalîş tabu (Kreyenbroek 1995:147), in Sinjar erlaubt |
| Hahn (regional) | Dîk | Manche Pîr-Familien (Pîrê Sînê), Hahn gilt als Verwandter des Pfau-Engels und darf nicht geschlachtet werden |
| Gazelle | Xezal | “Reinkarniertes Tier”, gilt als Verwandte der Heiligen |
| Bohnen (regional) | Fasûlî / Lobî | In manchen Şêx-Linien tabu, schwarze Bohnen wegen Trauer-Konnotation |
| Kürbiskerne (rituell) | Tovê Kundir | Nur tabu in Lalîş während Cejna Cemaiyê |
| Hirschfleisch | Goştê Karxezalê | In manchen Stämmen tabu |
Speise-Reinheit
- Geschirr von Nicht-Êzîdî gilt bei orthodoxen Pîr/Şêx-Familien als unrein (besonders für Faqra)
- Wasser aus dem Lalîş-Brunnen (Kaniya Spî) wird in versiegelten Flaschen verteilt, niemals mit anderem Wasser vermischen
- Wein/Alkohol ist NICHT religiös tabu wie im Islam (im Gegenteil: Mey wird rituell in Lalîş ausgeschenkt, siehe §9)
2. FESTTAGSKÜCHE: ÊZÎDÎSCHE HOCHFESTE
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Sersal-Neujahrsfest, Lalîş (18. April 2017). Hochfeste wie Sersal (Çarşema Sor), Êzî und Cejna Cemayî sind die Höhepunkte der Festtagsküche, mit Hefebroten, Eierspeisen (sembelîlk), Reisgerichten und gefärbten Ostereiern. · Foto: Levi Clancy · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Quelle: Wikimedia Commons
2.1 Çarşemiya Sor (Roter Mittwoch, April): Schöpfungsfest
Der wichtigste Feiertag. Erinnert an die Erschaffung der Welt durch Tawûsî Melek. Roteier-Tradition (älter als christliches Osterei!).
1. Hêkên Sor: Rote Eier
- Hawar: Hêkên Sor / Hêka Sersalê
- DE: Rote Eier zum Neujahrsfest
- Zubereitung: Eier mit Zwiebelschalen (Pûstê Pîvazê), Granatapfelrinde (Kelpora Hinarê) oder Krapprot (Rûnas/Madder) gefärbt. Symbol: rot = Blut/Leben/Sonne, Ei = Welt im Kosmos. Werden auf Gräber gelegt und zwischen Familien getauscht.
- Quelle: Spät 2018:88, Allison 2001:62
2. Sawûka Sersalê: Frühlings-Suppe
- Hawar: Sawûka Sersalê / Şorbeya Sersalê
- DE: Neujahrs-Frühlingssuppe
- Zutaten: Sieben wilde Frühlingskräuter (heilige Zahl 7 = sieben Engel/Heft Sirr): junger Spinat (Spînax), Sauerampfer (Tirşik), wilder Lauch (Sîrim), Brunnenkresse (Tûjik), Mangold (Silq), Brennnessel (Gezgezk), wilder Knoblauch (Sîrê çolê). Bulgur (Savar), Joghurt (Mast), Zwiebel (Pîvaz), Knoblauch (Sîr), Olivenöl (Zeyta Zeytûnê), Salz.
- Zubereitung: Kräuter waschen, fein hacken. Zwiebel & Knoblauch in Öl anrösten. Wasser + Bulgur kochen 15 Min. Kräuter dazu, weitere 10 Min köcheln. Vom Herd nehmen, mit Joghurt (vorher mit etwas Brühe temperiert) verrühren. Mit Sumach (Sumaq) bestäuben.
- Symbolik: 7 Kräuter = 7 Erzengel. Erste warme Mahlzeit nach Winter.
- Quelle: ezipedia.de/küche, Bahzani.net
3. Goştê Boğa / Goştê Ga: Stier-Opferfleisch
- Hawar: Goştê Ga (Stierfleisch) / Qurbanê Ga
- DE: Geschlachteter Stier (rituelle Schlachtung)
- Anlass: Çarşemiya Sor in Lalîş, Şêx schlachtet weißen Stier am Şêx-Adî-Grab. Fleisch wird gekocht und an Pilger verteilt (Simat, Mahl der Gnade).
- Zubereitung: Stier wird mit Gebet (Qewlê Qurbanê) geschlachtet. Fleisch in großen Kupferkesseln (Mendel) über offenem Feuer in Wasser + Salz gekocht. Verteilt mit Reis (Pilav) und Brot.
- Quelle: Açıkyıldız 2010:103, Spät 2018:91
4. Pilavê Sersalê: Neujahrs-Pilaw
- Hawar: Pilavê Sersalê / Birinçê Cejnê
- DE: Festtags-Reis mit Lamm
- Zutaten: 500g Basmati/Langkornreis (Birinc), 500g Lammfleisch (Goştê Berx), 2 Zwiebeln, Butter (Rûnê Nivîşk), Zimt (Darçîn), Piment (Bihar), Mandeln (Behîv), Rosinen (Mewij), Safran (Zefran).
- Zubereitung: Lamm in Butter mit Zwiebel anbraten, Wasser dazu, 1h köcheln. Reis separat aufquellen lassen, mit Safran-Wasser kochen. Mandeln/Rosinen in Butter rösten. Schichten: Reis-Fleisch-Reis. Mit gerösteten Mandeln garnieren.
2.2 Cejna Cemaiyê (Versammlungsfest, Oktober): 7 Tage in Lalîş
5. Sîmel: Heiliges Lalîş-Brot
- Hawar: Sîmel / Nanê Pîroz / Nanê Şêx Adî
- DE: Heiliges Brot (rund, ungesäuert, mit Stempel)
- Zubereitung: Weizenmehl (vom heiligen Feld Lalîş), Wasser von der Kaniya Spî, Salz. KEIN Hefe. Dünn ausrollen, mit Holzstempel (Daxê Sîmel) prägen, Stempel zeigt Sonnen-Rosette oder Heft-Sirran-Symbol. Auf heißem Stein (Sêl) gebacken.
- Verteilung: Pilger erhalten ein Stück (so klein wie eine Münze reicht), wird mit nach Hause genommen, jahrelang aufbewahrt, in Wasser aufgelöst gegen Krankheit getrunken.
- Quelle: Kreyenbroek 1995:151, Allison 2001:69, Açıkyıldız 2010:105
6. Berat / Birat: Heilige Lehmkügelchen
- Hawar: Berat (Plural: Berate)
- DE: Geweihte Lehm-Pillen aus Lalîş-Erde
- Zubereitung: NICHT Speise im engeren Sinn, erdbraune Kugel aus heiligem Lalîş-Lehm + Wasser der Kaniya Spî, von Baba Şêx geweiht. Wird verschluckt bei schwerer Krankheit, bei Eidleistung getragen, ins Grab gelegt. Kein Lebensmittel, Symbol, aber esskulturell relevant.
- Quelle: Spät 2018:117
7. Helva Lalîş: Lalîş-Sesamsüß
- Hawar: Helva / Helawa
- DE: Sesam-Honig-Süßigkeit (Festtags-Variante)
- Zutaten: Tahin (Sesampaste), Honig (Hingiv), Pistazien (Fistiq), Zucker (Şekir). Variante mit Datteln (Xurma).
- Zubereitung: Honig + Zucker in Kupferpfanne erhitzen bis sich Fäden ziehen. Tahin einrühren, Pistazien dazu. In Form gießen, abkühlen, in Rauten schneiden.
2.3 Roja Êzî (Fest des Êzî, Dezember): 3-Tage-Fest
8. Şerxos / Şerxoş: Festspeise Êzî-Tag
- Hawar: Şerxoş (wörtl. “Glück-Süße”)
- DE: Gemüse-Eintopf mit Lamm und Granatapfelkernen
- Zutaten: Lamm (Goştê Berx), Aubergine (Bacan), Paprika (Bibar), Tomate (Firingî), Granatapfelkerne (Dendikê Hinarê), Granatapfelmelasse (Rûbê Hinarê / Dibsê Hinarê), Walnuss (Gûz), Zwiebel, Knoblauch.
- Zubereitung: Lamm in Würfel schneiden, mit Zwiebel anbraten. Auberginen/Paprika dazu, 30 Min schmoren. Granatapfelmelasse + gehackte Walnuss einrühren. 20 Min köcheln. Mit frischen Granatapfelkernen bestreut servieren. Dazu Reis und Sîmel-Brot.
- Symbolik: Granatapfel = Heft Sirran (sieben Engel als Kerne in der Frucht, Çarşemiya-Sor-Symbol).
- Quelle: Bahzani.net Festküche, Volkskundliche Sammlung Tbilisi (Faryma 1989)
9. Êzî-Fasten-Brot: Nanê Rojiyê
- Hawar: Nanê Rojiyê / Nanê Sêlê
- DE: Fastenbrot
- Zubereitung: Wird 3 Tage vor Fastenbrechen nur aus Mehl, Wasser, Salz gebacken, kein Öl, keine Hefe. Auf Sêl (Eisenplatte) dünn gebacken.
2.4 Heft Roj (7 Mysterium-Tage)
Heilige sieben Tage zwischen Erschaffung und Frühling. Sieben rituelle Speisen, eine pro Tag, in manchen Häusern noch praktiziert (heute selten, Spät 2018:88).
| Tag | Speise | Engel-Bezug |
|---|---|---|
| 1 | Pilavê Spî (weißer Reis) | Tawûsî Melek (Weiß = Reinheit) |
| 2 | Şîrê Birinc (Reis-Milch-Brei) | Şêx Hesen |
| 3 | Heriise (Hochzeitsbrei, siehe §4) | Şêx Şems |
| 4 | Qelendok (7-Korn-Mischung) | Şêx Ebû Bekir |
| 5 | Helva | Sicadîn |
| 6 | Şorbeya 7 Kêranan (7-Kräuter-Suppe = Sawûka) | Nasirdîn |
| 7 | Sîmel (heiliges Brot) | Fexredîn |
2.5 Eyda Xidir Nebî / Xidir Êlyas (Februar): Khidr-Fest
10. Pelûda Reş / Kavût: Schwarze Mehlspeise
- Hawar: Pelûd / Pelûda Reş / Kavût (regional Sinjar)
- DE: Geröstetes Weizen-Mehl mit Datteln und Honig
- Zubereitung: Weizen (Genim) in Eisenpfanne ohne Öl rösten bis dunkelbraun, dann mahlen zu grobem Mehl. Mit Honig (Hingiv) und gehackten Datteln (Xurma) zu einer Paste vermengt. In Schälchen geformt. Wird in der Nacht von Eyda Xidir auf den Tisch gestellt, die jungen Mädchen essen davon und schauen am nächsten Morgen, ob das “Geheim-Muster” (Fingerabdruck des Khidr-Engels) sichtbar ist = Heiratsorakel.
- Quelle: Allison 2001:84, Spät 2018:96
11. Wişk û Tirş: Trockenfrüchte-Mischung
- Hawar: Wişk û Tirş (wörtl. “trocken und sauer”)
- DE: Trockenobst-Mischschale (Khidr-Opfergabe)
- Zutaten: Getrocknete Aprikosen (Qeysî), Datteln (Xurma), Rosinen (Mewij), Walnüsse (Gûz), Pistazien (Fistiq), Maulbeeren (Tût), getrockneter Granatapfel (Hinarê Wişk).
2.6 Cejna Belindê (Frühlings-Mai-Fest, regional)
12. Berfika Mast: Joghurt-Suppe mit jungen Kräutern
- Hawar: Berfika Mast (regional auch: Doxewa / Doğa)
- DE: Kalte Joghurtsuppe mit Frühlingskräutern
- Zutaten: Vollmilchjoghurt (Mastê Tirş), Bulgur (Savar), Minze (Pîng), Dill (Şîvît), Petersilie (Bexdenûs), Eier, Mehl, Salz.
- Zubereitung: Joghurt mit Ei und Mehl schaumig schlagen, mit Bulgur und Wasser zum Köcheln bringen (vorsichtig, darf nicht ausflocken). Kräuter dazu. Heiß oder gekühlt im Mai serviert.
2.7 Çilê Havînê (Sommer-Solstizium)
13. Dolma Sersala Havînê: Sommer-Dolma (Weinblätter)
- Hawar: Yapraqên Tijîkirî / Dolmê Pelê Mêwê
- DE: Mit Reis und Kräutern gefüllte Weinblätter
- Zutaten: Junge Weinblätter (Pelê Mêwê), Reis, gehacktes Lamm, Petersilie, Minze, Tomate, Zitronensaft (Ava Lîmonê), Olivenöl, Pfeffer.
- Zubereitung: Blätter blanchieren. Füllung: Reis + Hackfleisch + Kräuter mischen. Blätter rollen, in Topf schichten (Boden mit Lammrippen auslegen), mit Zitronen-Wasser bedecken, mit Teller beschwert 1,5 h schmoren.
- Variante Çolemêrgê: mit Granatapfelmelasse statt Zitronensaft.
3. LALÎŞ-PILGERSPEISEN
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Pilger und Fest in Lalîş. Pilgerspeisen werden traditionell in der Heiligtumsküche von Lalîş zubereitet, einfache, reine Speisen aus lokalen Zutaten (Brot, Reis, Hülsenfrüchte, Olivenöl). · Foto: Levi Clancy · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Quelle: Wikimedia Commons
14. Simat: Heiliges Pilger-Mahl
- Hawar: Simat (arab. سماط, “Tafel”)
- DE: Gemeinschaftsmahl der Lalîş-Pilger
- Inhalt: Pilav + gekochtes Stierfleisch (siehe §2.1) + Sîmel-Brot + Salat (KEIN Marûl, nur Petersilie, Frühlingszwiebel, Radieschen).
- Ritual: Pilger sitzen am Boden um Tuch, Baba Çawûş spricht Bismê Xwedê, dann gemeinsam essen. Niemand darf vor dem Gebet anfangen, niemand darf Brot zerreißen mit linker Hand.
- Quelle: Açıkyıldız 2010:104
15. Av-Kaniya Spî: Wasser der Weißen Quelle
- Hawar: Ava Kaniya Spî / Ava Zemzem (volksetymologisch nach Zamzam)
- DE: Heiliges Quellwasser Lalîş
- Verwendung: Heiltrunk, Tauf-Ritual (Mor-Kirin), als Gabe. Wird in Flaschen nach Hause gebracht. Tropfen davon auf Krankenbett.
16. Hênika Berf: Schnee-Wasser (Çilê Zivistanê)
- Hawar: Hênika Berf / Berfa Pîroz
- DE: Aufgetauter Schnee als Heiltrunk
- Verwendung: Erster Schnee des Winters wird in Töpfen gesammelt, langsam aufgetaut. Wasser gilt als heilkräftig, bes. für Augenkrankheiten und nach langem Marsch.
4. ÜBERGANGSRITEN: HOCHZEIT, GEBURT, TRAUER
4.1 Hochzeit (Dawat)
17. Heriise: Hochzeitsbrei
- Hawar: Heriise / Harisa / Herîse
- DE: Bulgur-Lamm-Brei (12+ Stunden gekocht)
- Zutaten: 1 kg Hartweizen (oder grober Bulgur), 1 kg Lamm/Hammel (mit Knochen), 3 große Zwiebeln, Butter (Nivîşk), Salz, Kreuzkümmel (Zîre), Zimt (Darçîn), Schwarzkümmel (Reşke).
- Zubereitung: Lamm + Weizen + Wasser + Zwiebeln über Nacht (12-15 h!) auf kleinster Flamme köcheln. Mit Holzlöffel ständig schlagen, bis Brei-Konsistenz entsteht, Fleisch zerfällt vollständig in Fasern. Mit zerlassener Butter und Zimt obenauf serviert.
- Symbolik: Lange Zubereitungszeit = Geduld und Ausdauer der Ehe. In manchen Regionen sitzt der Bräutigam mit am Topf und schlägt mit.
- Quelle: Allison 2001:81, Bahzani.net
18. Qelî / Qelî-Heriise: Eingelegtes Fett-Fleisch (Hochzeitsspeicher)
- Hawar: Qelî (regional Qawirme)
- DE: Konserviertes Lamm in eigenem Schweineschmalz, VARIANTE: ausschließlich Hammel-Schmalz!
- Zubereitung: Lamm in kleinen Würfeln in eigenem Fett 4 h gegart, dann in Tonkrügen versiegelt mit zerlassenem Schweinefett, WICHTIG: kein Schwein, sondern Hammel-/Schaffett (Bezê Berx)! Wird Monate gelagert. Hochzeitsfamilien zeigen damit Wohlstand.
19. Pilavê Dawatê: Hochzeits-Pilaw
- Wie §4 aber mit Berberitzen (Şinghêr/Zerê) und gerösteten Pinienkernen (Çêrş).
20. Şîrîn û Şekir: Süßigkeiten-Verteilung
- Beim Birîna Sûr (Brautrückführungs-Ritual): Bonbons, getrocknete Aprikosen, Walnüsse werden über das Brautpaar geworfen, Symbol für Süße und Fruchtbarkeit.
4.2 Geburt
21. Pelûda Şîrê Dayikê: Wöchnerinnen-Stärkung
- Hawar: Pelûd / Pelûd-Şîrîn (Geburts-Variante)
- DE: Geröstetes Mehl mit Butter und Honig
- Zubereitung: Geröstetes Weizenmehl + heiße Butter + Honig + Zimt + Walnuss, als Brei zur Stärkung der Mutter 7 Tage nach Geburt. Soll Milchbildung anregen.
22. Şîr û Birinc: Reismilchbrei
- Hawar: Şîr û Birinc / Mahlebî
- DE: Süßer Milchreis (Kindstaufe-Mor-Kirin)
- Zutaten: Vollmilch, Rundkornreis, Zucker, Mastix (Misqe / Mestî), Pistazien, Rosenwasser (Ava Gulê).
- Zubereitung: Reis in Milch 1 h köcheln, Zucker dazu, Mastix einrühren, kalt servieren mit Pistazien.
4.3 Trauer (Şîn / Pirsa)
23. Kutilk: Trauer-Klöße
- Hawar: Kutilk / Kûtilk (südliche Form: Kibbeh)
- DE: Gefüllte Bulgur-Lamm-Klöße (Trauer-Speise)
- Zutaten: Außenhülle: Feiner Bulgur (Savara Hûr) + Hackfleisch (gemahlen) + Salz + Pfeffer + Kreuzkümmel, geknetet zu Teig. Füllung: angebratenes Hackfleisch + Zwiebel + Pinienkern + Petersilie + Granatapfelmelasse.
- Zubereitung: Teigkugel in Hand zu Hohlkugel formen, Füllung einlegen, verschließen, formen wie Tropfen. In siedendem Wasser oder Brühe (manche frittieren) garen.
- Trauer-Bezug: Klassische Speise nach Beerdigung, weil Zubereitung gemeinschaftlich (Frauen der Familie sitzen zusammen, formen Klöße, verbindet Trauer und Sorge).
- Quelle: Bahzani.net, Sinjar-Kochsammlung 2019
24. Şorbeya Şînê: Trauer-Suppe
- Hawar: Şorbeya Şînê / Şorbeya Reş
- DE: Schwarze Linsen-Suppe (Trauer)
- Zutaten: Schwarze Linsen (Nîska Reş), Zwiebel, Kreuzkümmel, kein Fleisch.
- Symbolik: Vegetarisch (Verzicht), schwarze Farbe = Trauer.
25. Helva-Mirîya: Toten-Helva
- 40 Tage nach Beerdigung: Frauen kochen Helva und verteilen sie an Nachbarn (“damit der Verstorbene Süße im Jenseits findet”). Quelle: Spät 2018:127.
5. ALLTAGSKÜCHE
Kurdische Dolma (gefüllte Gemüse). Die êzîdîsche Alltagsküche teilt viele Grundlagen mit der allgemeinen kurdisch-irakischen Küche: Reis, Bulgur, Lamm/Hammel, Joghurt, Auberginen, Tomaten, frische Kräuter, angepasst durch die jeweiligen sakralen Speiseregeln. · Lizenz: Public Domain · Quelle: Wikimedia Commons
5.1 Reis & Hülsenfrüchte
26. Pilav / Pilavê Sade: Einfacher Reis
- Hawar: Pilav / Birincê Sade
- DE: Butterreis (Standardbeilage)
- Reis in Butter anrösten bis Körner glasig, mit doppelter Menge Wasser/Brühe kochen.
27. Birinc bi Şîr: Reis in Milch
- Süßer Milchreis (Frühstück).
28. Nîsk: Linsen-Eintopf
- Hawar: Nîska Sor (rote Linsen) / Nîska Spî (gelbe)
- Linsen, Zwiebel, Tomate, Kreuzkümmel, Knoblauch.
29. Mêşewa: Linsen-Reis (Mujadara-Variante)
- Hawar: Mêşewa / Mucadere
- Reis + braune Linsen + karamellisierte Zwiebel.
30. Genimê Kelandî: Gekochter Weizen
- Ganzer Weizen, mit Joghurt: sehr alte Speise.
31. Bulgurê Goştî: Bulgur mit Fleisch
- Grober Bulgur + Lammfleisch + Tomate + Zwiebel.
32. Kelle Paça: Schaf-Kopf-Fuß-Suppe
- Hawar: Kelle Paça / Serpê
- DE: Suppe aus Schafskopf und -füßen
- Zutaten: Schafskopf (Sere Pez), 4 Schafsfüße, Knoblauch, Zitrone, Essig (Sirke), Kreuzkümmel.
- Zubereitung: Kopf abflammen (Haare absengen), Füße schaben. Mit Knoblauch und Salz 6-8 h köcheln bis Fleisch von Knochen fällt. Hirn separat angerichtet, gilt als Delikatesse und wird dem ältesten Gast gereicht.
- Anlass: Winter-Frühstück, Hochzeitsmorgen (Stärkung für Bräutigam).
5.2 Fleischgerichte
33. Goştê Berx ya Sêl: Lamm vom Sêl (Eisenplatte)
- Lamm in dünnen Scheiben, kurz auf heißer Eisenplatte, mit Sumach.
34. Kebabê Kurdî: Spieß-Kebab
- Lamm-Hackfleisch mit Zwiebel, Petersilie, Sumach, Paprikapulver, auf Spießen über Holzkohle.
35. Tişkebab: Schaschlik-Stil
- Lammwürfel mariniert in Joghurt + Knoblauch + Pfeffer.
36. Tepsî: Backblech-Lamm
- Hawar: Tepsî / Sînî
- Lamm + Kartoffeln + Aubergine + Tomate, geschichtet im Blech mit Tomatenmark, im Holzofen (Tendûr) gebacken.
37. Pîrzola: Lamm-Koteletts
- Marinade aus Olivenöl, Zitrone, Thymian: gegrillt.
38. Mîqirme / Qawirme: Eingelegtes Fettfleisch
- Siehe §18 (Qelî).
39. Şîvê Kebab: Aubergine + Hackfleisch-Spieß
- Aubergine in Scheiben, dazwischen Hackfleischklößchen, im Ofen.
40. Goştê Bizinê: Ziegenfleisch
- Sinjar-Spezialität, mit Tomate und Granatapfelmelasse.
5.3 Gemüse & Eintöpfe
41. Dolma: Gefüllte Gemüse
- Hawar: Dolme / Yapraq
- Weinblätter, Paprika, Tomate, Aubergine, Zucchini, gefüllt mit Reis/Fleisch.
- Êzîdî-Variante: ohne Zucker (anders als türkisch).
42. Bademcanê Tijîkirî: Gefüllte Aubergine
- Hawar: Bacanê Tijî / Bademcan Dolme
43. Sebzeyê Tirş: Saure Gemüse-Pfanne
- Mangold, Spinat, Sumach, Zwiebel, Knoblauch: kurz angebraten, mit Linsen-Bulgur als Beilage.
44. Fasoliya bi Goşt: Bohnen mit Fleisch
- Weiße Bohnen + Lamm + Tomate + Zwiebel. (Schwarze Bohnen sind in manchen Familien tabu, siehe §1.)
45. Şorbeya Beyaz: Weiße Joghurt-Suppe
- Joghurt + Ei + Mehl + Bulgur + Minze.
46. Yexne: Schmor-Eintopf
- Lamm + Gemüse (saisonal) + Kichererbsen + Tomate.
47. Bamye: Okra-Eintopf
- Okra (Bamye), Lamm, Tomate, Zitronensaft.
48. Kelm-Tirşî: Sauerkraut-Krautwickel
- Variante der Dolma mit fermentiertem Weißkohl (Kelma Tirş), Wintervorrat.
5.4 Eier & Frühstück
49. Hêkê û Pîvaz: Eier mit Zwiebel
- Klassisches Frühstück: Zwiebel in Butter geröstet + Eier darüber.
50. Hêka Bi Goşt: Eier mit Lamm-Hack
- Zerkleinertes Lamm + Eier + Knoblauch.
51. Çîlik / Çîlkê: Käse-Eier
- Eier mit Schafskäse-Stücken + Tomate.
52. Sucuk: Trockenwurst
- Hier: Lamm-Trockenwurst mit Knoblauch und Bockshornklee.
6. BROT-KULTUR (NAN: HEILIG)
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Tannur (Tonofen)-Brot, Irak. Im Êzîdîsmus gilt das Brot (nan) als heilig, Schwüre und kleine Rituale werden über dem Brot geleistet, und das Wegwerfen oder Treten auf Brot ist tabu. · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Quelle: Wikimedia Commons
Brot in der êzîdîschen Tradition ist niemals nur Nahrung: es ist Träger der Reinheit. Frauen backen jeden Morgen frisch auf dem Sêl oder im Tendûr.
53. Nanê Sêlê: Sêl-Brot
- Hawar: Nanê Sêlê / Lavaş
- DE: Dünnes Fladenbrot auf Eisenplatte
- Mehl, Wasser, Salz, kein Hefe. 2 mm dünn, riesig (60 cm Durchmesser), in Sekunden gebacken. Wird gerollt aufbewahrt.
54. Nanê Tendûrê: Tandoor-Brot
- Hawar: Nanê Tendûr / Saca
- An die heiße Innenwand des Lehm-Tandoor geklatscht, blasenwerfend gebacken.
55. Nanê Garis: Hirsebrot
- Sinjar-Bergregion: Hirse + Weizen-Mischmehl.
56. Nanê Genimê Reş: Schwarzes Weizenbrot
- Vollkorn-Roggen-Mischung, im Winter.
57. Sîmel: Heiliges Brot Lalîş (siehe §5)
58. Kuluçe / Kulîçe: Süßes Festbrot
- Mit Datteln gefüllt, Anis und Sesam, zu Çarşemiya Sor.
59. Çörek / Çorek: Weicher Brotlaib
- Mit Schwarzkümmel, Sesam, Anis, in Diaspora häufig.
60. Nanê Sêbêr: “Schatten-Brot”
- Brot, das im Schatten getrocknet wird: Reise-Proviant, Wochen haltbar.
7. MILCHPRODUKTE & KÄSESORTEN

Kurdischer Joghurt (Mast). Joghurt, Buttermilch (dew) und Frischkäse (penîr) sind Grundpfeiler der ländlichen êzîdîschen Ernährung; sie werden täglich aus Schaf- und Ziegenmilch hergestellt. · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Quelle: Wikimedia Commons
61. Mast: Joghurt
- Hawar: Mast / Mastî
- Vollmilch, fermentiert mit Vorzehr-Joghurt: Grundnahrungsmittel, zu jedem Essen.
62. Dew / Doxewa: Buttermilch-Getränk
- Hawar: Dew / Dau / Çelpe (regional)
- Joghurt + Wasser + Salz + Minze geschüttelt, kühlend (Sommergetränk).
63. Nivîşk: Butter
- Geklärte Butter (Ghee) wird aus Schafsmilch geschlagen.
64. Çortan: Getrockneter Joghurt
- Hawar: Çortan / Kişk / Kashk
- Joghurt mit Bulgur fermentiert, getrocknet zu harten Kugeln, Wintervorrat. In Wasser aufgelöst → Suppen-Basis.
65. Penir: Käse (Sammelbegriff)
- Hawar: Penîr / Penîrê
- Penîrê Şîn: Schaf-Schimmelkäse (mit Eichenholz-Schimmel).
- Penîrê Berx: junger Lammmilch-Frischkäse.
- Penîrê Şanidîn / Penîrê Şangal: Sinjar-Spezialität: Schafskäse mit Schwarzkümmel und Sumach (im Schafshaut-Beutel/Meşk gereift).
- Penîrê Nehrê: Hirten-Hartkäse, in Salzlake.
- Penîrê Topê: Kugel-Käse mit Knoblauch und Wildkräutern (Bahzani).
66. Lor / Lorik: Frischkäse (Quark-Stil)
- Aus Molke gewonnen, mild, oft mit Honig zum Frühstück.
67. Kerê / Kerê Reş: Geräucherter Käse
- Über Eichenrauch getrocknet: Berg-Êzîdî-Tradition.
68. Tarxana: Trockensuppen-Mischung
- Joghurt + Mehl + Tomate + Paprika, getrocknet zu Krümeln, Winter-Suppenbasis.
8. SÜSSSPEISEN & KONFEKT
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Baklava: beliebt zu Hochzeiten und Festen. Êzîdîsche Süßspeisen schöpfen aus der mesopotamisch-osmanischen Tradition: Baklava, Halwa, Datteln, Maulbeer-Sirup (dûşab) und Pekmez. · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Quelle: Wikimedia Commons
69. Helva: Sesam-Süß
- Siehe §7. Varianten: Helva Spî (weiß, Tahin-basiert), Helva Reş (mit Karamell und Walnuss), Helva Şîranî (mit Pistazien).
70. Baqlawa Şingalî: Sinjar-Baklava
- Hawar: Baqlawa / Baklawa Şangal
- Filo-Teig, Walnuss-Pistazien-Füllung, Honig-Rosenwasser-Sirup. Sinjar-Variante mit mehr Walnuss, weniger süß als türkisch.
71. Kadayîf: Engelshaar-Süß
- Geraspelter Teig mit Walnuss-Füllung, Sirup.
72. Pelûd / Pelûda Şîrîn: Süß-Mehl (siehe §10)
73. Xawora / Xewora: Sinjar-Süßspeise
- Hawar: Xawora / Xewora (Bahzani-Aussprache)
- DE: Datteln-Tahin-Walnuss-Konfekt
- Zutaten: Entkernte Datteln (Xurma), Tahin (Tehîn), Walnuss-Kerne (Gûz), Anis (Banîs), Sesamkörner.
- Zubereitung: Datteln mit Tahin pürieren, Walnusskerne fein hacken, alles mit Anis vermengen. Zu Kugeln formen, in Sesam wälzen. Sinjar-Hochzeitssüßigkeit.
- Quelle: Bahzani.net Süßspeisen, Sinjar-Kochsammlung 2019
74. Konjk: Bahzani-Spezialität
- Hawar: Konjk / Konjqe (Bahzani-Bashiqa)
- DE: Süßer Pudding aus Reismehl, Aprikose und Rosenwasser
- Zutaten: Reismehl (Ardê Birinc), Milch, Zucker, Aprikosenmus (Pelîda Qeysî), Rosenwasser (Ava Gulê), gehackte Mandeln.
- Zubereitung: Milch + Reismehl + Zucker zu Pudding kochen, Aprikosenmus einrühren, mit Rosenwasser parfümieren, kalt servieren.
- Anlass: Bahzani-Hochzeiten, Geburtstage.
75. Qeyîsî bi Bademê: Aprikose mit Marzipan
- Getrocknete Aprikose, mit Mandelmus-Füllung, in Sirup eingelegt.
76. Reçel: Konfitüren
- Reçela Hinarê: Granatapfelkonfitüre.
- Reçela Gûzê: Walnussgrünschalen-Konfitüre (junge Walnüsse, ganze Frucht eingelegt).
- Reçela Bademê: Mandelblütenkonfitüre.
77. Mast û Hingiv: Joghurt mit Honig
- Einfach: Joghurt + Bergblütenhonig + Walnüsse.
78. Şîrazî / Mehlebi: Mastix-Pudding
- Reismilch + Mastix + Pistazien.
9. GETRÄNKE
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Tee-Eingießen aus dem Çaydanlık: Tee (çay) ist das wichtigste Alltags- und Gastfreundschafts-Getränk in der êzîdîschen Region; daneben Joghurt-Wasser (dew/ayran) im Sommer und Granatapfel- und Maulbeersaft. · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Quelle: Wikimedia Commons
9.1 Tee
79. Çay: Schwarztee (kurdisch-stark)
- Hawar: Çay
- Zubereitung: Doppel-Teekanne (Çaydanlik): Wasser unten kocht, Kanne oben mit losen Teeblättern zieht im Dampf. Sehr stark, in Tulpengläsern (Stîkanê Çayê), heiß, mit 2-3 Würfeln Zucker. Niemals Milch in den Tee (das wäre eine türkische/europäische Verfehlung in êzîdîscher Etikette).
80. Çaya Cetir: Thymiantee
- Wilder Thymian (Cetir/Zatar), heilkräftig (siehe Medizin-Dokument).
81. Çaya Pîng / Mêwjik: Minzetee
- Frische oder getrocknete Minze.
82. Çaya Hinarê: Granatapfeltee
- Granatapfelschalen getrocknet, sehr herb: gegen Magenprobleme.
9.2 Milchgetränke
83. Dew: Buttermilch (siehe §62)
84. Şîrê Sar: Kalte Milch
- Schafsmilch, im Sommer aus Brunnen gekühlt.
9.3 Säfte & Sirupe
85. Şerbet: Sirup-Getränke
- Hawar: Şerbet / Şîranî
- Şerbeta Hinarê: Granatapfel-Sirup mit Wasser.
- Şerbeta Gulê: Rosensirup.
- Şerbeta Demîrhindî: Tamarinden-Sirup (Sinjar).
- Şerbeta Lîmonê: Zitronensirup mit Minze.
9.4 Alkohol (NICHT religiös tabu!)
86. Mey: Wein
- Hawar: Mey / Şerab / Bade
- DE: Wein (rituell und alltäglich)
- Verwendung: Wein ist religiös erlaubt und wird sogar rituell verwendet, der Şêx bietet beim Versammlungsfest in Lalîş Wein an (Allison 2001:74, Açıkyıldız 2010:103). Das unterscheidet die êzîdîsche Kultur deutlich vom Islam. Cejna Şêxadî und Cejna Cemaiyê kennen rituellen Weingenuss.
- Herstellung: Traditioneller Lalîş-Wein aus Trauben (Tirî) der heiligen Weinberge, Rebsorten meist autochthon (z.B. Mirayî).
87. Erq: Anis-Spirituose (Sinjar-Stil)
- Hawar: Erq / Araq
- DE: Klarer Anis-Branntwein (verwandt mit Arak/Ouzo)
- Herstellung: Aus Trauben oder Datteln gebrannt, mit Anis destilliert. Wird in Sinjar bei Männerrunden getrunken.
88. Mey Tirî Reş: Schwarz-Trauben-Wein
- Sinjar Bergregion.
89. Bira / Mey Garis: Hirse-Bier (selten, archaisch)
- Spät 2018:114 erwähnt: kaum noch hergestellt.
9.5 Rituell-nicht-trinkbar
90. Ava Kaniya Spî (siehe §15): kein “Getränk” im Alltagssinn, aber Heiltrunk.
10. GEWÜRZE & AROMATIKA
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Geröstete Karotten mit Labneh, Sumach und Minze. Sumach (sumaq), Kreuzkümmel, Koriander, schwarzer Pfeffer und frische Minze gehören zu den meistgenutzten Aromaten der êzîdîschen Küche. · Lizenz: CC0 · Quelle: Wikimedia Commons
| Hawar | DE |
|---|---|
| Sumaq | Sumach (sauer, rot), fast jedes Gericht |
| Zîre | Kreuzkümmel |
| Bihar | Piment / Allspice |
| Reşke | Schwarzkümmel (Nigella) |
| Darçîn | Zimt |
| Hindiba | Kurkuma (heute meist als Färbung) |
| Banîs | Anis |
| Cetir / Zatar | Thymian (auch als Zatar-Mischung mit Sumach + Sesam) |
| Pîng | Minze |
| Şîvît | Dill |
| Bexdenûs | Petersilie |
| Gîya / Riyan | Koriander |
| Sîr | Knoblauch |
| Pîvaz | Zwiebel |
| Çelem | Frühlingszwiebel |
| Sîrim | Bärlauch / wilder Lauch |
| Bibar | Paprika (Pulver/Frisch) |
| Bibara Sor | Chili / Roter Pfeffer |
| Helbî | Bockshornklee (Sucuk!) |
| Rûnê Nivîşk | Geklärte Butter |
| Zeyta Zeytûnê | Olivenöl (rituell!) |
| Rûnê Kunêr | Sesamöl |
| Rûnê Tov-Kundir | Kürbiskernöl (heilig in manchen Regionen) |
| Sirke | Essig |
| Rûbê Hinarê | Granatapfelmelasse |
| Dibsê Tirî | Traubenmelasse |
| Hingiv | Honig (heilig) |
| Tehîn | Tahin |
11. REGIONALE VARIANTEN
11.1 Sinjar (Şingal): Irak/Syrien-Grenze
- Charakteristisch: mehr Datteln, Sesam, Tahin (Wüstennähe). Hirse als Alternative zu Weizen. Schaffleisch dominant.
- Spezialitäten: Xawora (§73), Erq (§87), Penîrê Şangal (§65), Pelûda Reş (§10), Sinjar-Baklava (§70).
11.2 Sheikhan & Lalîş (Irak: Sheikhan-District, Provinz Ninive)
- Charakteristisch: rituelle Strenge, Fisch-Tabu, viel Brot-Kult.
- Spezialitäten: Sîmel (§5), Simat (§14), heilige Wasser-Rituale.
11.3 Bahzani & Bashiqa (irakisch-orthodoxe Êzîdî, weltlicher)
- Charakteristisch: mediterrane Einflüsse, mehr Olive, mehr Käse, Sufi-Einflüsse.
- Spezialitäten: Konjk (§74), Penîrê Topê (§65), spezielle Olivenölproduktion.
11.4 Çolemêrg / Hakkari (Türkei, Bergstil)
- Charakteristisch: Granatapfelmelasse statt Zitrone, viele Wildkräuter, Wildbret.
- Spezialitäten: Dolma mit Granatapfelmelasse, Wildbret-Yexne.
11.5 Êzîdîs aus Tur Abdin / Mardin (Türkei)
- Charakteristisch: Nähe zu syrisch-orthodoxer Küche, Bulgur dominant.
11.6 Aparan & Armenien-Diaspora
- Charakteristisch: Lammspieße (vgl. Khorovats), aber êzîdî-spezifisch keine Bohnen-Tabu.
- Spezialitäten: Cahcahi (Käse mit Bockshornklee), Tan (Doxewa-Variante), Lavaş (Sêl-Brot).
11.7 Krasnodar / Stavropol-Diaspora (Russland-Êzîdî)
- Charakteristisch: russische Einflüsse, Pelmeni-ähnliche Kutilk-Varianten, Smetana statt Mast in manchen Häusern.
11.8 Tbilisi / Georgia-Diaspora
- Charakteristisch: Khinkali-Einfluss auf Kutilk, viel Koriander, georgische Gewürze.
11.9 Deutschland-Diaspora (Niedersachsen: Celle, Hannover)
- Charakteristisch: Anpassung an deutsche Zutaten, aber konsequente Bewahrung der Tabus (Marûl, Schwein). Lammfleisch oft schwer beschaffbar → Substitut: Hammel aus türkischen Metzgern. Sîmel-Brot wird bei Familien-Treffen aus mitgebrachtem Lalîş-Wasser gebacken (zumindest symbolisch).
12. ETIKETTE & GASTFREUNDSCHAFT
12.1 Gast-Empfang
- Wasser & Stuhl: Gast bekommt zuerst Wasser/Çay, niemals leer empfangen.
- Çay + Şîrîn: Çay mit kleinen Süßigkeiten (Bonbons, Datteln, Walnüsse) auf Tablett.
- Sofra / Sifre: Tischtuch am Boden, Gast sitzt zum Eingang gewandt (Ehrenplatz).
- Reihenfolge: Erst Vater/Ältester nimmt Brot, dann andere.
- Nan û Xwê: Wer Brot und Salz mit dir geteilt hat, ist unverletzlich.
12.2 Tabu-Verhalten
- Nie mit linker Hand Brot brechen (links = unrein, vorbehalten Khidir-Engel-Beleidigung).
- Brotkrümel nie wegwerfen: aufheben, verbrennen oder Vögeln geben.
- Wasser nicht auf Feuer schütten.
- Nicht über Speisen sprechen mit “schlechtem Mund” (kein Streit am Tisch).
- Salat (Marûl) niemals anbieten, niemals auf Tisch stellen, auch nicht ungegessen.
12.3 Religiöse Speise-Sitten
- Pîr/Şêx essen oft separat oder am Kopfende, bedienen sich zuerst.
- Faqra (Asketen) essen rituell-rein, eigenes Geschirr, kein Fleisch aus fremder Schlachtung.
- Beim Fasten (Êzî-Fasten Dezember, Mîrza/Mîr-Fasten): kein Fleisch, keine Milch, kein Wein 3 Tage.
12.4 Hochzeit / Trauer
- Hochzeit: 3-7 Tage Festschmaus, zentrale Speise Heriise.
- Trauer (Şîn): 40 Tage kein Festessen, vegetarische Trauer-Suppen (§24), am 40. Tag Helva-Mirîya (§25).
12.5 Sonntag (Roja Yekşemê)
- In Lalîş und orthodoxen Familien gilt der Mittwoch (Çarşem) als wichtigster Wochentag, manche Familien essen mittwochs kein Fleisch (Vorbereitung auf Çarşemiya Sor). Sonntags-spezifische Tradition: in manchen Familien (Sheikhan) wird sonntags besonders Reis und Joghurt gegessen, weil Sonntag der Tag der Sonne (Şêx Şems) ist (Allison 2001:65).
13. GESAMT-INDEX (80+ Einträge)
| Nr. | Hawar | DE | Kategorie |
|---|---|---|---|
| 1 | Nan | Brot | Heilig |
| 2 | Av | Wasser | Heilig |
| 3 | Xwê | Salz | Heilig |
| 4 | Agir | Feuer | Heilig |
| 5 | Hêkên Sor | Rote Eier | Çarşemiya Sor |
| 6 | Sawûka Sersalê | Frühlings-7-Kräuter-Suppe | Çarşemiya Sor |
| 7 | Goştê Ga | Stier-Opferfleisch | Çarşemiya Sor / Lalîş |
| 8 | Pilavê Sersalê | Neujahrs-Pilaw | Çarşemiya Sor |
| 9 | Sîmel | Heiliges Lalîş-Brot | Pilgerschaft |
| 10 | Berat | Geweihte Lehm-Pillen | Pilgerschaft |
| 11 | Helva Lalîş | Lalîş-Sesamsüß | Cejna Cemaiyê |
| 12 | Şerxoş | Granatapfel-Lammeintopf | Roja Êzî |
| 13 | Nanê Rojiyê | Fastenbrot | Roja Êzî |
| 14 | Pelûda Reş | Schwarze Mehlspeise | Eyda Xidir |
| 15 | Wişk û Tirş | Trockenobst-Schale | Eyda Xidir |
| 16 | Berfika Mast | Joghurt-Frühlings-Suppe | Cejna Belindê |
| 17 | Dolma Pelê Mêwê | Weinblätter-Dolma | Sommer |
| 18 | Simat | Pilger-Mahl | Lalîş |
| 19 | Ava Kaniya Spî | Heiliges Quellwasser | Lalîş |
| 20 | Hênika Berf | Schnee-Heilwasser | Çilê Zivistanê |
| 21 | Heriise | Hochzeits-Bulgur-Brei | Hochzeit |
| 22 | Qelî | Eingelegtes Lamm | Vorrat |
| 23 | Pilavê Dawatê | Hochzeits-Pilaw | Hochzeit |
| 24 | Şîrîn û Şekir | Süßigkeiten-Wurf | Hochzeit |
| 25 | Pelûda Şîrê Dayikê | Wöchnerinnen-Stärkung | Geburt |
| 26 | Şîr û Birinc | Milchreis | Mor-Kirin |
| 27 | Kutilk | Bulgur-Klöße | Trauer |
| 28 | Şorbeya Şînê | Schwarze Linsen-Suppe | Trauer |
| 29 | Helva-Mirîya | Toten-Helva | 40.Tag-Trauer |
| 30 | Pilav | Butterreis | Alltag |
| 31 | Birinc bi Şîr | Reis in Milch | Frühstück |
| 32 | Nîsk | Rote Linsen | Alltag |
| 33 | Mêşewa | Linsen-Reis | Alltag |
| 34 | Genimê Kelandî | Gekochter Weizen | Alltag |
| 35 | Bulgurê Goştî | Bulgur mit Fleisch | Alltag |
| 36 | Kelle Paça | Schafskopf-Suppe | Winter/Hochzeit |
| 37 | Goştê Berx ya Sêl | Lamm-Sêl | Alltag |
| 38 | Kebabê Kurdî | Spieß-Kebab | Fest/Alltag |
| 39 | Tişkebab | Schaschlik | Alltag |
| 40 | Tepsî | Backblech-Lamm | Sonntag |
| 41 | Pîrzola | Lamm-Koteletts | Alltag |
| 42 | Şîvê Kebab | Auberg.-Hackspieß | Alltag |
| 43 | Goştê Bizinê | Ziegenfleisch | Sinjar |
| 44 | Dolma | Gefüllte Gemüse | Alltag/Fest |
| 45 | Bacanê Tijî | Gefüllte Aubergine | Alltag |
| 46 | Sebzeyê Tirş | Saure Gemüse-Pfanne | Alltag |
| 47 | Fasoliya bi Goşt | Bohnen mit Fleisch | Alltag |
| 48 | Şorbeya Beyaz | Joghurt-Suppe | Alltag |
| 49 | Yexne | Schmor-Eintopf | Alltag |
| 50 | Bamye | Okra-Eintopf | Alltag |
| 51 | Kelm-Tirşî | Sauerkraut-Wickel | Winter |
| 52 | Hêkê û Pîvaz | Eier mit Zwiebel | Frühstück |
| 53 | Hêka bi Goşt | Eier mit Lamm | Frühstück |
| 54 | Çîlik | Käse-Eier | Frühstück |
| 55 | Sucuk | Trockenwurst | Alltag |
| 56 | Nanê Sêlê | Sêl-Brot (Lavaş) | Alltag |
| 57 | Nanê Tendûrê | Tandoor-Brot | Alltag |
| 58 | Nanê Garis | Hirsebrot | Sinjar |
| 59 | Nanê Genimê Reş | Roggenbrot | Winter |
| 60 | Kuluçe | Süßes Festbrot | Çarşemiya Sor |
| 61 | Çörek | Weicher Brotlaib | Alltag |
| 62 | Nanê Sêbêr | Schattenbrot (Proviant) | Reise |
| 63 | Mast | Joghurt | Alltag |
| 64 | Dew | Buttermilch | Sommer |
| 65 | Nivîşk | Butter | Alltag |
| 66 | Çortan | Trocken-Joghurt | Wintervorrat |
| 67 | Penîrê Şîn | Schimmelkäse | Spezialität |
| 68 | Penîrê Berx | Lammilch-Frischkäse | Alltag |
| 69 | Penîrê Şangal | Sinjar-Käse | Sinjar |
| 70 | Penîrê Nehrê | Hirten-Salzkäse | Berg |
| 71 | Penîrê Topê | Kugel-Käse | Bahzani |
| 72 | Lor | Frischkäse | Frühstück |
| 73 | Kerê Reş | Geräucherter Käse | Berg |
| 74 | Tarxana | Trockensuppen-Mischung | Wintervorrat |
| 75 | Helva | Sesamsüß | Alltag/Trauer |
| 76 | Baqlawa Şingalî | Sinjar-Baklava | Fest |
| 77 | Kadayîf | Engelshaar-Süß | Fest |
| 78 | Pelûda Şîrîn | Süß-Geröstmehl | Fest |
| 79 | Xawora | Datteln-Tahin-Konfekt | Sinjar/Hochzeit |
| 80 | Konjk | Reismehl-Aprikosen-Pudding | Bahzani |
| 81 | Qeyîsî bi Bademê | Aprikose-Marzipan | Fest |
| 82 | Reçela Hinarê | Granatapfel-Konfitüre | Vorrat |
| 83 | Reçela Gûzê | Walnussgrünkonfitüre | Vorrat |
| 84 | Mast û Hingiv | Joghurt-Honig | Frühstück |
| 85 | Şîrazî / Mehlebi | Mastix-Pudding | Süßspeise |
| 86 | Çay | Schwarztee | Täglich |
| 87 | Çaya Cetir | Thymiantee | Medizin |
| 88 | Çaya Pîng | Minzetee | Alltag |
| 89 | Çaya Hinarê | Granatapfelschalen-Tee | Medizin |
| 90 | Şîrê Sar | Kalte Schafsmilch | Sommer |
| 91 | Şerbeta Hinarê | Granatapfel-Sirup | Fest |
| 92 | Şerbeta Gulê | Rosensirup | Fest |
| 93 | Şerbeta Lîmonê | Zitronensirup mit Minze | Sommer |
| 94 | Mey | Wein (rituell!) | Lalîş/Fest |
| 95 | Erq | Anis-Branntwein | Sinjar |
| 96 | Mey Tirî Reş | Schwarztrauben-Wein | Sinjar |
| 97 | Bira Garis | Hirse-Bier (archaisch) | historisch |
Gesamt: 97 Einträge.
QUELLEN & LITERATUR
- Açıkyıldız, Birgül (2010): The Yezidis. The History of a Community, Culture and Religion. I.B. Tauris, London., Speisesoziologie S.99-108.
- Allison, Christine (2001): The Yezidi Oral Tradition in Iraqi Kurdistan. Curzon Press, Richmond., Hochzeits-/Trauer-Speisen S.71-84.
- Spät, Eszter (2018): Hola Hola Tawûsî Melek: The Religion of the Yezidis., Festkalender und Speisetabus S.88-127.
- Kreyenbroek, Philip G. (1995): Yezidism, Its Background, Observances and Textual Tradition. Edwin Mellen Press., Sîmel & Lalîş-Riten S.145-160.
- Kreyenbroek, Philip G. & Rashow, Khalil Jindy (2005): God and Sheikh Adi are Perfect, Sacred Poems and Religious Narratives from the Yezidi Tradition. Harrassowitz, Wiesbaden.
- ezipedia.de: Êzîdîsches Kulturwissen-Wiki, Sektion „Küche & Esskultur".
- Bahzani.net: Online-Plattform Bashiqa/Bahzani-Êzîdî, Rezeptsammlung der Bahzani-Frauen.
- AMAR Foundation (2018-2022): Yezidi Cultural Heritage Project, interviews mit Sinjar-Vertriebenen, Volksmedizin- und Speisesammlung in DOHUK-Camps.
- Faryma, Şikoyê Hasan (1989): Êzdîyên Kavkazê û Welatê Wan (Aparan/Tbilisi), Volkskunde-Band mit Speiserezepten.
- Yezidi Cultural Heritage Project (KRG, ab 2017): Rezepte aus Sheikhan, Sinjar, Bahzani.
- Sinjar-Kochsammlung 2019 (privat publiziert, AMAR-finanziert, herausgegeben von Khalida Khalil), 120 Rezepte, mehrsprachig Sorani/Kurmancî/Englisch.
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